Friday, 13 May 2016

Die Toten Hosen: "Herz Brennt" (2004)

Herz Brennt – Die Toten Hosen
Songtext:
Es ist mitten in der Nacht und ich schlafe nicht,
weil ich dir tausend Gedanken schick, und ich dich immer mehr vermiss.
Du liegst neben mir, ich kann dich nicht spüren
und ich kann sie nicht ignorieren, die Angst dich zu verlieren.
Zu glauben, dass es dir gut geht, und dass du nicht an mich denkst,
tut mir weh, es ist ein mieses Gefühl, d
as mich so quält.
Denkst du nie zurück an unsere Anfangszeit,
wo es gut war, nur verliebt zu sein
und zu hoffen, dass man dem Anderen reicht?
Und wann kam dieser Tag, als da erste Zweifel waren,
ob unser Weg wirklich endlos ist?
Was kann man tun, wenn das Herz brennt,
wenn die Flamme sich immer tiefer in die Seele frisst?
Was kann man tun, wenn das Herz brennt,
wenn außer Asche von der Liebe nicht viel übrig ist?
Was kann man tun?
Woher kommt der Hass, der uns verleitet
immer wieder anzugreifen, um jedes bisschen Nichts zu streiten?
Mit messerscharfen Worten stechen wir auf uns ein,
zerschneiden unsere Liebe - wir sind hilflos dabei.
Was kann man tun, wenn das Herz brennt,
wenn die Flamme jede Hoffnung aus der Seele frisst?
Was kann man tun, wenn das Herz brennt,
wenn außer Asche von der Liebe nichts mehr übrig ist?
Man kann nichts tun...


Analyse:
Dieses Lied von der Gruppe „Die Toten Hosen“ erschien zum ersten Mal auf dem Album „Zurück zum Glück“, das ihr sechstes Studioalbum war. Dieses Album wurde im Oktober 2004 veröffentlicht und erreichte Platz Eins der deutschen Charts. Herz brennt dauert drei Minuten und sieben-und-fünfzig Sekunden und die in der Rockmusik übliche Instrumente, E-Gitarren, E-Bass und Schlagzeug werden alle im Lied benutzt. Es gibt drei Verse und zwei Refrains.
Grundsätzlich geht dieses Lied um den Liebesschmerz und die schwierige Gefühle, die damit verbunden sind. Das Lied hat deswegen wenige erzählerische Struktur, obwohl es mit einem besonderen Bild beginnt – „es ist mitten in der Nacht und ich schlafe nicht“. Gleich von Anfang an wissen wir, dass es etwas fehlt, dass etwas faul ist. Die Nacht ist Schlafenszeit; warum schläft dieser Sprecher nicht? Der Sänger machte es deutlich, dass es keine körperliche Krankheit ist, die ihm wehtut, sondern sein Gedankengang („weil ich dir tausend Gedanken schick“.) Schon früh im Lied lernen wir auch, dass seine Geliebte neben ihm liegt, trotzdem vermisst er sie; ihm ist es, als ob sie nicht im Bett mit ihm schliefe.
Die erste zwei Verse legen auf den Gedanken des Liebespaars viel Wert. Der Sänger fragt sich, ob seine Geliebte an ihn denkt oder nicht; er fragt sie ohne ein Wort zu sagen, ob sie an „unsere Anfangszeit, wo es gut war“ denkt. Noch ein Hinweis, dass er zu viel über ihre Schwierigkeiten nachgedacht hat, ist in den Worten „als da erste Zweifel war“ zu finden. Man könnte sagen, dass diese fast paranoide Stimmung so eine Art Erkränkung ist, die das Liebespaar „hilflos“ läßt.
In Erwiderung darauf scheint der Sänger total verzweifelt. Man muss nur die Refrains betrachten: „was kann man tun, wenn das Herz brennt/Wenn die Flamme sich immer tiefer in der Seele frißt?/was kann man tun, wenn das Herz brennt/wenn außer Asche von der Liebe nicht viel übrig ist.“ Die Benutzung des Wortes „Flamme“ ist eine gescheite, nuancierte Metapher, weil „Flamme“ so oft und sogar seit Anbeginn der Zivilisation als Synonym der Liebe verwendet worden ist. Natürlich scheint es heutzutage ganz klischeehaft. Aber hier haben die Toten Hosen „Flamme“ nicht als Synonym der Liebe gewählt, sondern als Synonym vom Schmerz der Desillusionierung. Liebe wird von Enttäuschung ersetzt – und diese Eindruck wird bewegend durch die Wortwahl bestärkt. Der Sänger weiß nicht, wie er das Problem solcher kräftigen Desillusionerung lösen sollte.
Die dritte Verse beschreibt mit strengen Worten die Schwierigkeiten, mit den das Liebespaar jetzt zu kämpfen müssen. Wir hören von „der Hass“, von „messerscharfen Worten“, und dass die Geliebte „zerschneiden unsere Liebe“. Man bekommt den Eindruck, dass es mit ihnen bald zu Ende geht. Die Unvermeidbarkeit davon wird am Ende des zweiten Refrains bestätigte: statt der Frage „was kann man tun?“ deklariert dieses Mal der Sänger „man kann nichts tun“. Dieses Lied mag wohl unkompliziert ausgedrückt sein, aber es ist trotzdem rührend und unvergesslich.

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